Konica Minoltas Zukunftsstrategie 2/3: „Future Culture“. Strategie ohne Kultur bleibt trockene Theorie. Katrin Oppermann erklärt, wie sich die Rolle von Führungskräften ändert – und warum sie „Culture Hacks“ empfiehlt.
Auf den rasanten Wandel in der Welt antwortet Konica Minolta mit drei strategischen Initiativen. Neben wirtschaftlicher Nachhaltigkeit und Kundenorientierung dreht sich eine weitere um das Thema Unternehmenskultur. „Denn Change kann nicht ohne die passende Kultur funktionieren“, erklärt Katrin Oppermann, Head of Human Resources Deutschland & Österreich bei Konica Minolta.
Sie moderiert die strategische Initiative „Future Culture“, deren wesentlichen inhaltlichen Impulse von den zahlreichen Mitarbeiter*innen kommen, die sich für die Teilnahme gemeldet haben. „Wir wollen die Bereitschaft zur Veränderung stärken und so eine Kultur schaffen, die gut mit dem Wandel umgehen kann“, sagt Katrin Oppermann.
Die Highlights aus „Future Culture”
Vor wenigen Monaten startete Konica Minolta drei strategische Initiativen – hier gibt Katrin Oppermann einen ersten Einblick in die Initiative „Future Culture“.
Drei Initiativen mit einem Prinzip: Beteiligung
Drei Initiativen mit drei unterschiedlichen Themen, aber ein Prinzip haben sie gemeinsam: die breite Beteiligung von zahlreichen Mitarbeitenden. Warum? „Weil Beteiligung Ownership schafft“, sagt Katrin Oppermann. „Wer beteiligt ist, der versteht Hintergründe und Ziele besser und fühlt sich verantwortlich. Wichtig ist aber auch der damit verbundene Perspektivwechsel: mal über den Tellerrand, über Abteilungsgrenzen hinweg zu schauen.“ Wer über den eigenen Bereich hinausschaut, erkennt Zusammenhänge – und findet bessere Antworten.
Führung neu denken: vom Entscheider zum Moderator
Welche Rolle spielt Leadership in einer Kultur, die stark von Partizipation geprägt ist? Eine andere als früher, meint Katrin Oppermann: „Führungskräfte agieren heutzutage mehr als Moderatoren denn als alleinige Entscheider.“ Nicht nur, weil die Mitarbeitenden mehr eingebunden werden möchten. Sondern auch, weil Entscheidungen dort fallen sollten, wo das jeweilige Fachwissen vorhanden ist.
Kulturwandel: Wichtiger als Budget sind Vorbilder
Und welche Optionen haben KMU, die kulturellen Wandel vorantreiben wollen, aber eventuell nicht die Ressourcen für ein umfassendes Change-Projekt haben? „Kultur entsteht im Alltag, etwa in Meetings, in der Kommunikation und im täglichen Miteinander“, sagt Katrin Oppermann. Hier spielen Führungskräfte eine wichtige Rolle als Vorbild: „Mitarbeitende orientieren sich an Verhalten. Führung prägt die Kultur stärker als jede Maßnahme oder jede Guideline.“ In kleineren Unternehmen hat also die Chefin oder der Chef es selbst in der Hand, die Kultur in die gewünschte Richtung zu beeinflussen. Kulturgestaltung fängt ganz oben an und das Top Management ist Richtungsgeber.
Kultur lässt sich nicht verordnen – aber gestalten
Die zentrale Herausforderung jeder Kulturinitiative bleibt dennoch: Man kann Kultur nicht von oben durchsetzen. Man kann sie nur entstehen lassen – durch das, was täglich passiert.
Ein praktischer Ansatz, um mit kleinem Aufwand rasche Erfolge zu erzielen: sogenannte Culture Hacks. Keine großen Change-Projekte, die Jahre brauchen. Sondern kleine, gezielte Impulse, die schnell erprobt werden können und erste Veränderungen anschieben. Ein Beispiel von Konica Minolta: der Übergang zur Du-Kultur vor einigen Jahren. Klingt banal, hatte aber reale Auswirkungen auf Nähe, Hierarchiegefühl und Kommunikation.
Kulturwandel ist dennoch kein Sprint. Sondern der Versuch, einen schweren Tanker in Bewegung zu bringen. Das braucht Zeit und Ausdauer. Doch Katrin Oppermann ist zuversichtlich. Denn die wichtigste Zutat ist vorhanden, nämlich die Motivation, mitzumachen: „Es ist grandios zu sehen, wie viele Kolleginnen und Kollegen Lust haben, etwas zu verändern und sich engagiert einzubringen.“