„Wir können mit unserer bestehenden Technik vielleicht noch einige Jahre weitermachen – aber auf lange Sicht werden wir damit nicht überleben“, erklärte Markus Duhme, Geschäftsführer der Spezialdruckerei Koopmann Media, seinen skeptischen Gesellschaftern vor wenigen Wochen. „Wenn wir jetzt nicht anfangen, uns für die Zukunft aufzustellen, dann werden wir irgendwann abgehängt.“
Diesen Worten war eine nüchterne Analyse vorausgegangen. „Der Markt für Druckprodukte verändert sich so schnell wie nie zuvor“, sagt Duhme. „Wir glauben, dass die klassische Offset-Technologie in absehbarer Zeit in Frage gestellt werden wird. Daher haben wir uns entschieden, in ein digitales Inkjet-Bogendruck-System zu investieren.“
„Ich glaube, dass viel mehr Betriebe in digitale Drucksysteme investieren würden, wenn sie das Geld dafür hätten.“
Markus Duhme, Geschäftsführer Koopmann Media
Qualitäts-Frage: Inkjet hat Offset eingeholt
Hinsichtlich der Qualität würden sich Inkjet- und Offset-Druck mittlerweile auf dem gleichen Niveau bewegen, meint der Chef des knapp 50 Beschäftigte zählenden Betriebs in der Nähe von Bremen. „Wir haben auch unsere eigene Image-Broschüre im Inkjet-Druck produzieren lassen.“ Den Ausschlag für digitalen Inkjet gab die Entwicklung des Marktes: „Die Bestellmengen werden kleiner“, so Duhme. „Außerdem werden die Aufträge individueller. Ein Kunde will vielleicht 100.000 Stück, aber in 200 unterschiedlichen Versionen. Das können wir mit herkömmlichen Offset-Maschinen nicht wirtschaftlich leisten.“
„Wer investiert, hat auch eine Vision für die Zukunft. Wer nicht investiert, der versucht vor allem, das Bestehende am Leben zu erhalten.“
Folker Neetzow, Betriebsleiter Koopmann Media
Die Wahl des Inkjet-Systems: Welche Kriterien entscheiden?
Konkret hat sich Koopmann Media für das System AccurioJet 30000 von Konica Minolta entschieden, das erst seit wenigen Monaten verfügbar ist. „Das ist eine qualitativ sehr hochwertige Maschine, mit der wir die Anforderungen des Marktes kostengünstig erfüllen können“, sagt Duhme.
Was macht die AccurioJet 30000 so wirtschaftlich für eine Druckerei? „Neben der Flexibilität bietet sie uns eine sehr konstante Qualität sowie Ausfallsicherheit“, erklärt Koopmann-Betriebsleiter Folker Neetzow. „Sie verursacht fast keine Makulatur, verbraucht weniger Strom und weniger Tinte. Das alles spart Kosten und ist nachhaltig.“ Ebenfalls wertvoll: Die neue Farbrezeptur von Konica Minolta, durch welche die UV-Farbe besonders lichtecht ist.
Wichtig ist der schnelle Workflow. „Die Rüstzeiten sind geringer, es fallen Arbeitsschritte weg, weil keine Druckplatte mehr belichtet werden muss – im Endergebnis können wir das Endprodukt schneller herstellen“, so Neetzow.
Neues Geschäftsfeld: individualisierte Pflanzenstecker
Seit anderthalb Jahren bespielt Koopmann Media zudem ein neues Geschäftsfeld: „Wir produzieren Pflanzenstecker, die in Blumentöpfe gesteckt werden“, sagt Geschäftsführer Duhme. „Ein großer Vorteil der Maschine von Konica Minolta ist, dass sie auch sehr dicke Materialien von bis zu 0,6 Millimeter bedrucken kann.“ Und sie ermöglicht maximale Individualisierung: Jede Pflanze könnte auf Wunsch einen eigenen Namen erhalten.
Warum investieren nicht mehr Druckereien in digitale Systeme?
Warum wird in der Druckbranche nicht mehr investiert? „Meiner Einschätzung nach ist eines der Hauptprobleme der Branche, dass die Eigenmittel für Investitionen fehlen und zugleich die Banken auf der Finanzierungsbremse stehen“, meint Duhme. „Ich glaube, dass viel mehr Betriebe in digitale Drucksysteme investieren würden, wenn sie das Geld dafür hätten.“
Neben dem Kapital braucht es aber auch die richtige Energie, ergänzt Betriebsleiter Neetzow: „Wer investiert, hat auch Ideen, wie es weitergeht, hat eine Vision für die Zukunft. Wer nicht investiert, der versucht vor allem, das Bestehende am Leben zu erhalten.“
Umgekehrt spüren durch so eine Investition sowohl Mitarbeitende als auch Kunden: Hier passiert etwas Positives, hier herrscht Zuversicht. „Die Leute bekommen einen Kick, mitzumachen, noch mehr Ideen einzubringen. Eine neue Maschine weckt auch Fantasie“, meint Markus Duhme. „Ich glaube jedenfalls an die Zukunft von Print. Sonst hätte ich unseren Gesellschaftern nicht so dringend geraten, in ein neues Drucksystem zu investieren.“