Künstliche Intelligenz ist heute längst Teil unseres Alltags. Dabei verschwimmt zunehmend die Grenze zwischen den Situationen, in denen wir uns der Rolle von KI bewusst sind, und jenen, in denen sie unbemerkt unsere Entscheidungen oder Handlungen beeinflusst. 

Dasselbe gilt für die Arbeitswelt: KI wird immer stärker in Unternehmensprozesse integriert und verändert die Art und Weise, wie Arbeit ausgeführt wird, wer sie ausführt und welche Fähigkeiten dafür erforderlich sind. 

Das Weltwirtschaftsforum prognostiziert sogar, dass sich bis 2030 rund 39 Prozent der Kernkompetenzen von Beschäftigten verändern werden. 

Die neue Realität der Arbeitswelt 

Wie tiefgreifend der Wandel bereits ist, verdeutlichen aktuelle Zahlen von McKinsey. Während 2017 lediglich 20 Prozent der Unternehmen KI in mindestens einem Geschäftsbereich einsetzten, waren es 2024 bereits 78 Prozent. Gleichzeitig befinden sich viele Organisationen noch in einer Experimentierphase. KI-Agenten werden getestet, Pilotprojekte aufgesetzt und neue Anwendungsfelder erkundet. Doch die strategische Richtung ist klar: Viele Unternehmen wollen KI nicht nur für Effizienzgewinne nutzen, sondern ihr Geschäftsmodell grundlegend weiterentwickeln. 

 

Weniger Jobs – oder eine andere Art von Arbeit? 

In der öffentlichen Diskussion steht häufig die Frage im Mittelpunkt, welche Auswirkungen KI auf Arbeitsplätze haben wird. Wahrscheinlicher als ein umfassender Arbeitsplatzabbau ist eine Neuverteilung von Aufgaben. Wenn KI die Produktivität steigert, können Unternehmen ihre Mitarbeitenden gezielter dort einsetzen, wo sie den größten Mehrwert schaffen. 

Entscheidend ist laut einer Analyse des US-Arbeitsmarktes weniger das Qualifikationsniveau als die Digitalisierbarkeit der Tätigkeit. Tätigkeiten, die vorwiegend mit Informationen, Daten, Texten oder Bildern arbeiten, lassen sich leichter automatisieren als Aufgaben, die physische Präsenz, handwerkliches Können oder situative Entscheidungen erfordern. 

Welche Tätigkeiten in der Druckindustrie sich durch KI ändern

Kaum eine Branche verdeutlicht diese Dynamik besser als die Druckindustrie. Sie vereint digitale Prozesse mit physischer Produktion und zeigt damit exemplarisch, wo KI ihre größten Potenziale entfaltet und wo menschliche Expertise weiterhin unverzichtbar bleibt. Die digitalen Bereiche sind besonders stark von KI betroffen:

  • Druckdienstleister setzen KI bereits ein, um Produktionspläne zu automatisieren, Arbeitslasten zu steuern, Produktionsprozesse zu optimieren, vorausschauende Wartung umzusetzen und sogar nächtliche „Lights-out“-Produktionen zu ermöglichen. Wiederkehrende Koordinationsaufgaben werden automatisiert, während Mitarbeitende verstärkt die Überwachung automatisierter Systeme übernehmen, Ausnahmen managen und die Gesamtleistung vernetzter Produktionsumgebungen optimieren.
  • Auch in der Druckvorstufe automatisiert KI zunehmend Aufgaben wie Preflight-Korrekturen, Farboptimierung, Layout-Anpassungen und die Erstellung variabler Daten. 
  • Intelligente Inspektionssysteme erkennen Fehler direkt im Produktionsprozess und reduzieren Nacharbeiten. Automatisierte Farbmanagement- und Qualitätskontrollsysteme wie das IQ-501 Intelligent Quality Care System von Konica Minolta helfen dabei, Markenstandards einzuhalten, Ausschuss zu reduzieren und Durchlaufzeiten zu verkürzen.
  • Gleichzeitig ermöglicht KI hochgradig personalisierte und datengetriebene Druckanwendungen. Variable Datendruckverfahren, automatisierte Kampagnensteuerung und dynamische Inhaltserstellung schaffen neue Möglichkeiten für individualisierte Kommunikation. Moderne Programmatic-Printing-Systeme verknüpfen Marketingdaten, automatisierte Beschaffung, API-basierte Bestellungen und Produktionsprozesse in Echtzeit. Dadurch entstehen messbare, integrierte Omnichannel-Strategien für die Kundenansprache.
  • Auch Kundenprozesse verändern sich. Die automatisierte Bearbeitung von Anfragen, intelligente Preisberechnung oder KI-gestützte Chatbots können administrative Aufgaben deutlich beschleunigen und den Kundenservice verbessern.
  • Parallel dazu wandeln sich Produktionsstandorte zu vernetzten Smart Factories. Cloud-Technologien, IoT-Geräte sowie automatisierte Workflow-Systeme verbinden Vorstufe, Druck, Weiterverarbeitung und Fulfillment zu durchgängigen Produktionsketten. Echtzeit-Dashboards schaffen Transparenz über Auslastung, Maschinenzustände und Engpässe. Lösungen wie AccurioPro Flux und AccurioPro Dashboard von Konica Minolta unterstützen dabei, Prozesse zu automatisieren, Produktionsdaten auszuwerten und die Gesamteffizienz zu steigern.

Robotik, autonome Materiallogistik und KI-gestützte Produktionsumgebungen gehen dabei Hand in Hand. Ziel ist nicht nur eine höhere Produktivität, sondern auch die Entlastung von Mitarbeitenden von monotonen und wiederkehrenden Tätigkeiten. 

IPP Dashboard
„Tätigkeiten, die vorwiegend mit Informationen, Daten, Texten oder Bildern arbeiten, lassen sich leichter automatisieren als Aufgaben, die physische Präsenz, handwerkliches Können oder situative Entscheidungen erfordern.“ 

Die eigentliche Herausforderung: Arbeit neu denken

Die Einführung von KI ist letztlich weniger eine Technologie- als eine Organisationsfrage. Erfolgreich werden jene Unternehmen sein, die nicht nur neue Werkzeuge implementieren, sondern Arbeitsabläufe, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen konsequent neu ausrichten. 

Bereits heute entwickelt sich die Rolle von Maschinenbedienern vom manuellen Ausführen einzelner Arbeitsschritte hin zur Überwachung ganzer Produktionssysteme und zum Management von Ausnahmen. Gleichzeitig gewinnen Fähigkeiten wie Markenverständnis, farbkritische Anwendungen, Veredelungsdesign, Kundenberatung, kreative Problemlösung und die Beurteilung der Produktionsmachbarkeit an Bedeutung. 

Druckereien differenzieren sich immer mehr durch Personalisierung, Spezialanwendungen, Veredelung, Premiumverpackungen und integrierte Marketinglösungen. Daher werden menschliche Kreativität und Beratungskompetenz sogar wichtiger. 

Letztlich wird die Produktionsumgebung der Zukunft hochgradig automatisiert sein und über kleinere, aber besser qualifizierte und digital kompetentere Teams verfügen. Wettbewerbsvorteile werden dort entstehen, wo sich KI-gestützte Effizienz mit menschlichen Stärken wie Kreativität, Urteilsvermögen, Anpassungsfähigkeit, Kundenverständnis und strategischem Denken verbindet. 

KI im Druck: Jetzt die Weichen stellen!

Für Druckunternehmen ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Potenziale zu identifizieren, manuelle Prozesse kritisch zu hinterfragen und gezielt zu prüfen, wo KI den größten Mehrwert für Kunden und Betrieb schaffen kann. Vereinbaren Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch mit den Professional-Printing-Expert*innen von Konica Minolta. 

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